Der Start in die Automobilität

In den 1980ern war die Erlangung des PKW-Führerscheins noch einer der wichtigsten Meilensteine des persönlichen Werdegangs überhaupt, den man als Land-Jugendlicher zu erreichen hatte!

Dies war als Voraussetzung für den Start ins Berufsleben mindestens genauso wichtig wie ein Schulabschluss. Vor Allem aber erlaubte es dem gemeinen Landei, endlich und autark den heimatlichen Dunstkreis in Richtung Weite Welt, oder wenigstens an Wochenenden in die nächstgrößere Provinzstadt mit modernem Schachtelkino, McDonald's oder Großraumdisco zu verlassen.

Meine Phase motorisierter Fortbewegung war schon einige Zeit ungewollt unterbrochen, da das geliebte Mofa, eine 1979er Puch Maxi N in Kupfermetallic und Eigenbau-Pimpstyle (Lenkerstange von 750er Yamaha, abgesägtes Schutzblech hinten, MAN-Lkw-Tankanzeige als wichtige Attrappe), leider irgendwann 1985 irreparabel verschied. Den damals logischen wie üblichen Zwischenschritt über ein 80er-Kleinkraftrad wollte ich mir aus Bequemlichkeit (Helm und Schutzkluft tragen - nein, danke) aber auch Geiz nicht antun. Also fuhr ich bis zur Führerscheinprüfung mit dem Fahrrad.

 

 

 

 

 

 

 

Im Sommer 1986 war es dann bei mir endlich soweit! 

 

 

Allerdings mit einem winzigen Wermutstropfen:

der ersehnte Lappen wechselte just im selben Frühjahr seine Erscheinung. Statt wichtig-großformatig und in amtlichem Feldgrau gehalten, kam er nun lüttgefaltet und obendrein in irgendwie unmännlichem Ferkelrosa daher.

Den ersten Fahrpraxis-Sommer & -Winter absolvierte ich mit elterlichem Fuhrpark, also meist in einem Passat-Dieselkombi mit Lieferwagenausstattung, oder auch mal im wesentlich gediegeneren Benz 230TE (S123).

Das ging auch recht gut soweit, doch reifte natürlich zunehmend der Wunsch nach etwas Eigenem. Dummerweise ließ sich der Wunsch überhaupt nicht sachlich-praktisch untermauern, und für meinen Vater als benötigten Hauptsponsor waren Autos nunmal einfach nur Gebrauchsgegenstände. Wofür also braucht bitte ein Schüler wie ich, der nichtmal einen Kilometer Luftlinie von seiner Schule entfernt wohnt, ein eigenes Auto?

Keine Ahnung, aber...