Plötzlich ging alles ganz schnell...
Mitte Mai 2025: Innenausstattung komplett drin. Einstiegs- und Schwellerverkleidungen samt Schottblechen dran. Neue Reifen drauf, Achsen provisorisch eingestellt, die Scheinwerfer auch. Erste "Testfahrten" vor der Scheunentür 100m auf und ab gefahren, mit erhöhtem Puls aber ansonsten ohne technische Schwierigkeiten. Ja, und jetzt?
Na klar, richtig fertig ist er noch nicht. Ein paar Gimmicks sollen noch hinein, ein paar Details müssen noch in Ordnung gebracht werden, und wer weiß, was sich noch an sonstigen Fehlern bemerkbar machen wird.
Aber... eigentlich gibt´s jetzt keinen Grund, nicht den Anlauf beim TÜV zu starten. *gulp*
Bereits Anfang des Jahres hatte ich mit einem mir empfohlenen Gutachter / Prüfer Kontakt aufgenommen. Er zeigte sich dem Thema aufgeschlossen gegenüber und bekannte sich dazu, großen Gefallen an W111 Coupés zu finden. Ob das bei der Begutachtung meiner Bastelbude ein Vor- oder Nachteil sein würde, konnte ich daraus natürlich nicht ableiten. Eigentlich wollte ich ihm zwecks Vorbesprechung und Informationsmaterial-Übergabe einen Besuch mit der Flosse abstatten, um ihn schonmal etwas positiv zu stimmen, was die Einschätzung meiner Arbeitsweisen angeht. Das hat sich aber aus terminlichen Gründen nicht ergeben können, also bombte ich sein Email-Postfach mit Dokumenten voll: Projektbeschreibung, alle möglichen technischen Datenblätter, MB-Freigaben, Prospekt- und Werkstattliteraturauszüge von Mercedes und BMW, Prospekte und KBA-Freigaben vom Lenkrad, und natürlich unzählige Bilder der involvierten Fahrzeugtypen und meiner Instandsetzungs-und Umbaugewerke. Dann verabredeten wir uns, dass ich mich mit etwas Vorlauf bei ihm zwecks Vorführtermin melde. Da ich -wie jedes Jahr- das obligatorische Ziel hatte, mit dem Wagen beim großen Clubtreffen zu Fronleichnam im fränkischen Ornbau anzureisen, hielten wir grob den Mai fest.
Also rief ich ihn nun an und wir verabredeten den 26./27. Mai als Termin. Auch reservierte ich sodann einen Termin bei der Zulassungsstelle für den 28. Mai - man soll ja optimistisch sein, gell. Jetzt noch schnell von der Versicherung eine eVB-Nummer für Kurzzeitkennzeichen sowie für die Zulassung angefordert.
Alles klar. Am Morgen des Freitag, den 23. Mai die Kurzzeitnummern geholt und dann das Coupé erstmalig seit seiner Stillegung im August 1984 wieder auf öffentlichen Straßen bewegt. Ich habe Blut & Wasser geschwitzt, und mir schlug das Herz bis zum Hals. Es sind ca. 15 Kilometer von der Scheune zu meiner Hauseinfahrt. Ich habe keine Erinnerung mehr an diese Strecke, es war ein Tunnel der Maximalkonzentration, alle Sinne waren in Alarmbereitschaft. Aber es ging gut. Nun zuhause den Lack erstmalig vom Dreck der vergangenen Jahre befreit, die Scheiben geputzt, das Interieur abgewischt. Zuvor hatte ich schon brave Raddeckel angebracht, damit er für die H-Begutachtung "anständig angezogen" aussieht. Fertig.
So blieb der Benz dann das ganze Wochenende stehen, da wir ein Familientreffen in der Nordheide hatten. Ich sollte den Wagen bereits am Sonntagabend zum Prüfer bringen (er ist selbständig). Doch als ich den Motor um 18 Uhr startete, machte er plötzlich sehr beunruhigende Geräusche. Ich wäre vor Wut & Enttäuschung fast ohnmächtig geworden. Zwar stellte sich das ( später wieder verschwundene Geräusch) nach Einschätzung eines Stammtischkollegen der um 22 Uhr vorbeikam und nachschaute, als "nichts Akutes oder Ernstes" heraus, doch hatte ich zwischenzeitlich natürlich den TÜV-Termin abgesagt und sah mich schon ein weiteres Jahr schrauben und 1000e Euronen in eine Motorüberholung versenken...
Am Montagmorgen rief ich also erneut beim Prüfer an und schilderte meine Situation. Folge: ich brachte den Wagen am Montag nach Feierabend zu ihm in seine 20km entfernte Werkstatt , so gegen 17 Uhr. Der Wagen lief gut, ich war schon deutlich entspannter am Volant, und nachdem auch die Begrüßung vor Ort sehr freundlich und zugewandt ("ist doch ein schönes Auto, auch mit den Macken dran!?") ausfiel, war ich recht guter Dinge.
Aber "guter Dinge" bedeutete bei Weitem nicht entspannt! Der Mann wollte am Dienstagmorgen mit seiner Arbeit beginnen und mich bei Fragen oder Problemen anrufen. Als dann allerdings bereits um 19.30Uhr das Telefon klingelte und seinen Namen anzeigte, war ich SEHR UNENTSPANNT! Was sollte das denn jetzt - hat er bereits einen derartigen Montagefehler oder sonstige Unstimmigkeiten entdeckt, dass er seine Arbeit empört abbrechen will? Warum überhaupt heute schon, er wollte doch Morgen erst anfangen??
Doch was er mir dann am Telefon sagte, haute mich glatt aus den Puschen - aber im positiven Sinne: er habe ja die Dokumentenlage schon vorab ausführlich prüfen können, und sich einfach schonmal den Wagen angesehen, eine Runde gedreht und ihn gewogen etc. Und was er so sieht, vor allem unter dem Wagen, gefiele ihm sehr gut. Er habe daher alle Papiere bereits fertig gemacht, und ich könne den Wagen direkt wieder mitnehmen.
Also mit bestandener HU, §21-Vollabnahme mit Eintragung aller Änderungen und dem §23-Oldtimergutachten - herzlichen Glückwunsch. Ich war so platt - und bin es ehrlich gesagt immer noch.
Am Dienstagnachmittag habe ich das Coupé also wieder dort abgeholt, nochmals warme Worte des Gutachters kassiert, und bin wie geplant am Mittwochmittag zur Zulassungsstelle gefahren. Die Nummer hatte ich schon seit Jahren online reserviert und immer wieder alle 3 Monate verlängert, und so sieht das nun aus:
Und der Sound... ist einfach nur "fett".
Wenn also jetzt nichts Unvorhergesehenes dazwischen grätscht: man sieht sich in Ornbau!
Ende(?)
Update 21. Juni 2026:
Es ist unglaublich. Da schraubt man knapp 10 Jahre an so einem Projekt, dann ist das Ding plötzlich zugelassen und auf der Straße, und eh man sich´s versieht, ist schon wieder ein Jahr herum.
OK, ganz so einfach ist es bei genauerem Hinsehen dann auch wieder nicht.
So wurde zum Beispiel aus dem euphorisch geplanten Antrittsbesuch beim Jahrestreffen des vdh in Ornbau 2025 schonmal nix. Nach der Zulassung Ende Mai blieben nur 2 Wochen Zeit der Erprobung bis zu besagtem Treffen in Mittelfranken. Und ich bemerkte beim nochmaligen Ölwechsel, dass das erst wenige Kilometer alte Einfahröl dünn wie Wasser aus der Wanne plätscherte. Oha. Es roch auch mehr nach Sprit als nach ÖL. Nun hätte das Folge der vielen Kurzläufe in der Halle, und den erst wenigen Kilometern verhaltener Bewegung gewesen sein können. Sicher war das aber nicht! Und mit dieser Ungewissheit wollte ich definitiv nicht auf die Autobahn und 450 Kilometer am Stück (versuchen) abzuspulen. Und das war auch gut so. Ich wäre vermutlich nicht weit gekommen, und hätte mir womöglich einen Motorschaden eingehandelt.
Denn die Verdünnung durch Sprit war unter anderem einem erheblichen Maß an Falschluftansaugung und einem nicht sauber arbeitenden Warmlaufregler geschuldet, wie sich viel später erst noch herausstellen sollte.
Stammtischkollege Mike, der mir bei diesem Projekt schon das eine oder andere Mal helfend zur Seite stand, griff mir auch hierbei unter die Arme. Er lokalisierte einige Falschluftquellen, und musste zu deren Behebung die Einspritzanlage und den Ansaugtrakt herunternehmen. Da er derlei Arbeiten auch nur in seiner knappen Freizeit machen kann, gingen leider ein paar Monate ins Land, bis ich den Wagen wieder abholen konnte. Der Winter stand vor der Tür, und in den Monaten des Wartens konnte ich keine Vorbereitungen treffen, das Auto winterfest zu machen. Also brachte ich ihn direkt ins Winterquartier, wo er weitere drei Monate herumstand, denn der Winter war dieses Jahr ausnahmsweise mal wieder lang, kalt und salzig...
Als auch diese blöde Zeit endlich überstanden war, musste ich auf den ersten Ausfahrten leider feststellen, dass der Motor nun zwar keine Ölverdünnung mehr erleidet, aber immer noch nicht sauber läuft. Auch Mike zweifelte so langsam an seinen Kenntnissen, denn er bekam den die Drehzahl einfach nicht sauber eingestellt. Irgendwas verstellte sich permanent "von allein".
Irgendwann ging gar nichts mehr. Er ging mir auf der Landstraße plötzlich einfach aus, der erste Liegenbleiber, na super. Mit letzter Kraft sprang er nochmal an und ich rettete mich in die heimatliche Einfahrt. Aber dann ging nix mehr, er sprang einfach gar nicht mehr an. Es half nur noch, den Wagen von einer (zum Glück) nahegelegenen Oldtimerwerkstatt abholen zu lassen. Dort wurde dann der Motor endlich mal richtig durchgecheckt, Kraftstoffdrücke und CO-Werte gemessen etc.
Neben einem nicht richtig aufgesteckten Schlauch (dadurch weiterhin Falschluftzufuhr) war ein Massefehler am Warmlaufregler, und durch die bisherigen Einstellversuche falsche Drücke / Co-Werte schuld an der Misere.
Nun läuft der Motor endlich so wie er soll, und "zieht" auch so wie man das vom V8 erwarten kann. Sehr schön!
Aber das Motorproblem war natürlich nicht die einzige Aufgabe, die das Coupé noch so für mich bereithielt.
Kein echtes Problem im Sinne eines Defektes, sondern eher eine konstruktive Unzulänglichkeit ist die Scheibenreinigung. Da erwartete der Herr Daimler doch tatsächlich von seiner betuchten Kundschaft, dass diese zum Zwecke der Frontscheibenreinigung recht beherzt auf einen Gummiball im Fahrerfußraum tritt, damit ein mehr oder weniger zielgerichtetes Rinnsal Wischwasser auf die Scheibe pinkelt. Wenn man allerdingt Pech hat, ist die Düse auf der Haube nicht nur orientierungslos, sondern verstopft, sodass der Schlauch vom Gummiball druckbedingt abrutscht und sich eine Ladung Wischwasser in den Fahrerfußraum respektive den Fahrer-Fuß ergießt. Total tolles System - und so adäquat! In der Flosse lasse ich mir das ja noch gefallen (obwohl es die teuerste Limousine ist, die man seinerzeit kaufen konnte), so aus Originalitätsgründen, und weil ich diese eh nur bei schönem Wetter bewege. Aber das Coupé soll ganzjährig und im Alltag bewegt werden, und dafür ist diese Gummiball-Krücke definitiv ungeeignet. Also nutzte ich die Zeit des Nicht-nach-Ornbau-Fahrens halt sinnvoll, indem ich eine elektrische Wischwasserpumpe installierte. Denn just zu der Zeit wurde von einem Forumsmitglied darüber berichtet, wie er dies mit vergleichsweise geringem Aufwand bei seiner Flosse installierte. Mit Hilfe von Winfried, der mir wieder "elektrische Schaltpläne für Dummies" bastelte, installierte ich erfolgreich diese sinnvolle Verbesserung. Allerdings arbeitet diese Pumpe (ein Original-MB-Teil aus einer 1970er Baureihe) so kraftvoll, dass der kleine, schmale Vorratsbehälter ruckzuck leergesaugt wurde. Das ist ja nun auch nicht so wirklich alltagstauglich, wenn man in der Schlechtwetterzeit jeden 2. Tag das Wasser nachfüllen muss. Also experimentierte ich mitz verschiedenen Wischwasserbehältern aus W116 etc.
Am Ende wurde es dann aber der Behälter aus dem Hundertschlachter, dessen Halterung ich zum Glück ebenfalls aus seiner Stehwand herausgeflext hatte. Die wurde etwas zurechtgesägt und aufgehübscht, und halt per Nietgewinden an der Coupé-Seitenwand befestigt. Nun kann das nächste Sauwetter kommen!
Apropos Elektrik für Dummies. Noch bevor Mike sich ab August 25 des Motors annahm, bemerkte ich auf einer der sehr wenigen Fahrten im nahen Umkreis, dass der Blinker nicht mehr blinkt. Und am nächsten Tag dann doch wieder, und noch einen Tag später dann gar nicht mehr. Na gut, dann tauscht man halt mal das Blinkrelais. Das war´s aber nicht. OK, dann tauscht man mal den Blinkhebel. Daran lag´s aber auch nicht.
Mist, dass steckt der Teufel irgendwo in der Verkabelung. Halleluhja, was eine Freude. Und das ausgerechnet mir.
Es hat fast zwei Wochen täglicher Standleitungshilfestellung durch Winfried gebraucht. Ich hatte ihm sogar einen Blinkerhelbel nach München geschickt, damit er selber dessen Schaltungsmechanik nochmal nachvollziehen und mir daraus Tipps bzw. Messanweisungen ableiten konnte. Letztere hat er mir in idiotensicherer Form in von mir auszufüllende Messformulare gegossen, und mir Videos von seinem Blinker-Anschauungsmodell geschickt, welches er aus einem 1:18-Cabrio, meinem zugesandten Blinkhebel und diversen Birnchen und Drähten bastelte.
Er war völlig ratlos (und ich verzweifelt), warum die eigentlich korrekt verkabelte und zusammengesteckte Chose in meinem Auto einfach nicht (zuverlässig) blinken wollte. Ich habe jeden erdenklichen Kontakt und Draht in jedem Stecker, Sicherungssteckplatz und in jeder erdenklichen Körperhaltung durchgemssen, immer wieder.
Und am Ende stellt sich zufällig heraus, als ich ein etwas lockeres Isolierband prüfte: ein Vorbesitzer hatte, warum auch immer, drei der Blinkerkabel um einen guten Meter verlängert, und diese dabei so derart stümperhaft und unzureichend zusammengelötet, dass sie je nach Tagesform mal Strom durchließen, und mal nicht. Meine Güte nochmal!!! Zwei Wochen blanke Nerven und nun so ein besch... Grund!! Aber immerhin: Grund gefunden und in 10 Minuten beseitigt. Boah...
Typisch Winfried: unfassbar geduldig und stets um so anschauliche wie verständliche Hilfestellung bemüht. Echt rührend.
Knapp zwei Wochen lang war dies mein täglicher Aufenhaltsort nach Feierabend. Und immer mit Winfried am Ohr, der mir Anweisungen durchgab, wo ich wie das Prüfgerät anzusetzen habe. Da bekommt der Begriff Messdiener eine neue Bedeutung.
Ich hasse Elektrik...
Naja, und auch die Winterpause verstrich letztlich nicht völlig ungenutzt. Und zwar tat ich nun das, was bereits im Herbst VOR dem Winter hätte geschehen sein sollen: das Rostschutz-Behandeln und Konsvervieren neuralgischer Karosseriepartien, also insbesondere der Radhäuser und Kotflügelinnenseiten, sowie die Unterbodenstrukturen.
Auch diese Arbeit wurde immer wieder für mehrere Wochen ausgebremst, weil es in meiner Scheune schlicht zu frisch war. Denn die aufzubringenden Schutzprodukte lassen sich nur oberhalb von mindestens 10 - 15 Grad Celsius verarbeiten. Und der Winter 25/26 war über weite Strecken dafür zu kalt. Naja, dafür ist es nun auch mal erledigt, und nun haben die Mittelchen den Sommer 2026 über Zeit und Gelegenheit, sich schön in jede Blechritze zu ziehen, bevor das Auto das erste Mal mit Eis & Schnee konfrontiert wird.
Wie weiter oben beschrieben, hatte ich den Wagen zwischenzeitlich zum Profi bringen (lassen) müssen, um den Motor endlich vernünftig eingestellt zu bekommen. Das hat er dann auch gemacht, wenngleich immer noch kein 100%-Ergebnis dabei herauskam. Der Motor zieht immer noch irgendwo minimal Falschluft, und lässt sich daher nicht auf die korrekte Warm-Leerlaufdrehzahl herunterstellen. Aber immerhin konnte er mir alles so richten, dass nun keine Gefahr mehr bestand, mir den Motor kaputtzufahren. Ich solle nun mal nach der ganzen Kurzstreckenfahrerei und Einstellerei des vermutlich nie so recht geforderten Motors (er stammt ja aus einem Ersthand-Rentnerfahrzeug) mal eine Weile fahren und auch mal schneller unterwegs sein.
Er lobte meine technische Umsetzung und Ausführung des Umbaus, und dass sich der Wagen erstaunlich gut fährt. Da er selber schon diverse Umbauten dieser Art für Kunden mit dickem Portemonnée durchführte, nahm ich diese Anerkennung natürlich gerne an.
Somit gab er mir auch ausdrücklich Grünes Licht für die unmittelbar bevorstehende Reise nach Ornbau, zum vdh-Jahrestreffen 2026! Und was soll ich sagen, der Motor schnurrte wie ein Uhrwerk, brauchte dabei weder Öl noch Wasser und sehr akzeptable 14 Liter Sprit, zurück sogar nur 12,5 Liter. Hat sicherlich damit zu tun, dass ich dennoch eher moderat fuhr (120-130 km/h), und das möglichst immer im 5. Gang. Und die Elastizität des Antriebs beeindruckte mich ebenfalls, als ich selbst in den Kasseler Bergen nur sehr selten mal in den 4. Gang zurückschalten musste. Und so klappte es endlich mit dem seit nun 10 Jahren vorgenommemen Ziel, mit "meinem 3.5er Hochkühler-Coupé" in Ornabu vorzufahren!
Und auch Winfried konnte endlich mal das Ergebnis dessen sehen, woran er soviel aus der Ferne, aber umso intensiver mitgewirkt hatte.
Ich kann es nicht oft genug betonen, dass es ohne seine Hilfe womöglich nie vollendet worden wäre, weil mir beim Thema Elektrik irgendwann Mut & Lust verganmgen wären.
Viele Besucher des Treffens gaben mir sehr positives Feedback, insbesondere zur optischen Gestaltung der Front- und Heckstoßstangen. Dass da unter der Haube auch einiges passiert war, haben die Meisten gar nicht so registriert, aber genau so habe ich das ja auch gewollt, dass es nicht so ein offensichtlicher Umbau ist. Auch die durchgehend stimmige Patina von LAck, Chrom und Interieur fand durchweg Gefallen, soweit ich das mitbekam.
Wobei ich natürlich auch skeptische Blicke bemerkte, und die untereinander zugeraunte Frage "wie kann denn sowas ein H-Kennzeichen bekommen? Das wird ihm bestimmt beim nächsten TÜV entzogen...!"
Also alles so, wie erwartet... sehr schön!
Und was ebenfalls sehr schön war: 112er-Kollege Jörg kam mit seinem originalen 3.5er Coupé zum Treffen und parkierte es direkt neben meiner Bastelbude. So konnte man gut den 1:1-Vergleich zwischen Original und Fälschung vornehmen. Na, wer erkennt die Unterschiede? Ja, man muss schon sehr genau hinschauen, oder?
Letztlich waren somit alle Ziele erfüllt: ein Auto nach meinen Wünschen zusammenstricken, und dabei den Nachweis erbringen, dass es überhaupt in dieser Kombination möglich ist, ohne tioefgreifende Änderungen in der Struktur des Autos vornehmen zu müssen. Wir erinnern uns: zu Beginn des Projektes hieß es im Vorfeld immer "das geht nicht, weil..." oder so ähnlich.
Natürlich habe ich das Vorhaben für mich, und nur für mich umsetzen wollen.
Und da ich kein Profischrauber bin, sondern nur hartnäckig und mit einem gewissen Durchhaltewillen ausgestattet, kann ich jetzt nicht ganz ohne Stolz sagen: Mission erfüllt!
...ist so ein Auto nie ganz fertig. Das ist selbst meine 1A-Originaloflosse nie so recht, die hat auch immer wieder mal was zu optimieren und zu reparieren.
Und so ist es natürlich auch beim Coupé. Da fallen mir unerwartet Chromteile ab, lösen sich Dichtungsgummis. Da regnet es plötzlich rein, da verabschiedet sich zum dritten mal der Tacho. Da blättert plötzlich der Lack vom Schiebedach...
...und ich musste es noch zwei weitere Male komplett abschleifen und neu lackieren. Und da reagierte die Regenplane irgendwie mit dem Klarlack und nun ist auch die dritte SSD-Lackschicht wieder fleckig / versaut. Ich muss also als nächstes wohl doch mal ein Carport zusammenzimmern, um das Auto ohne Planen draußen aufzubewahren...
Dann musste ich endlich mal die spinnende Tankuhr zur korrekten Mitarbeit überreden. Ich experimentierte mit Alternativ-Gebern aus dem Zubehör etc. und auch hier war es wieder die Elektrik, die mich beinahe verzweifeln ließ. Bis ich zufällig herausfand, dass zwei Pins im Geber-Stecker vertauscht waren. Somit galt auch hier mal wieder: kaum macht man es richtig, schon funktioniert es!
Vielleicht kriege ich ja auch irgendwann mal heraus, warum sich gewisse Motorbrummvibrationen irgendwie, mal mehr und mal weniger auf die Karosserie übertragen und zu vernehmlichem Dröhnen im Passagierabteil führen.
Tja, und neuerdings quietschen die Vorderbremsen irgendwie, sobald sie warm sind. Aber nicht immer. Und nur unterhalb von 60km/h. Nun ja, äh... puh.
Es wird halt nicht langweilig mit diesen alten Kisten. Manchmal nervt es zwar, und man ist froh, auch mal in das absolut zuverlässige und störgeräuschfreie Alltagsauto steigen zu können. Aber das ist halt auch irgendwie langweilig...
Somit werde ich hier wohl auch weiterhin über Ereignisse mit Flossen & Coupé berichten können / müssen...